Am 5. Mai

 Auch heute hat Frau Brüllen gefragt, was jemand so eigentlich den ganzen Tag macht. 

Hier so: 

Um 5 Uhr wach. Grrr. Auf alle Fälle Toilette, kurz Wasser trinken, dann wieder Bett. Irgendwann schlafe ich ein. Dann bitte ich Den Mann, dass er doch Kaffee machen könnte... Kann er. 

Eine Katze legt sich schnurrend auf mich. Schön! Wenn ich die Augen aufmache, sehe ich, dass es die kleine Freya ist. Es ist 7.30 Uhr.

Bad, Frühstück. Heute fängt die Schule des Jüngsten um 9 an. 

Wir fahren in die Stadt. Der Jüngste geht, Der Mann geht (er hat Unterricht ab 9.30). Ich gehe einkaufen, dann parke ich den Wagen bei der Kirche und arbeite erstmal eine halbe Stunde bei Liedertexten - es wird ja viel gesungen beim Gottesdienst, Texte "kommen auf die Wand", aber manchmal sind da Tippfehler drin und die überprüfe ich. 

Dann laufe ich zur Arbeit, ist ja nur 5 Häuser weiter. Es ist so eine Art Mutter-Kind-Zentrum. 

Erstmal helfe ich Kleinkind M aus ihren Anorak. Ich rede mit Mama M über Kinderbücher und mit Mama K über Urlaubsmöglichkeiten mit Kleinkindern, dann haben wir unsere dienstägliche Besprechung. Die Chefin ist nicht da, aber wir reden auch ohne sie über Kindertagprogramm usw. 

Mama I kommt mit E, der heute deinen dritten Geburtstag hat. Sie wünscht, dass wir für E ein Lied singen. Er soll Kerzen auspusten und dann gibt es Torte für alle, die zufällig da sind. 

Ich bediene die Kaffeemaschine und Geschirrspüler (zum Konzept vom "Familiennest" gehört auch kostenloser Kaffee für Mütter), dann kommt Mama... von Baby L. Wir plaudern über alles. Auch Mama S aus Tschechien gesellt sich zu uns mit ihrer Baby B. Dann ist es irgendwie 15 Uhr, die Mamas gehen, ich esse mein Mittagessen. 

Meine Arbeitspartnerin gibt mir Anweisungen für den Abend, denn heute gibt es Abschiedsparty vom Kurs "The Incredible Years". Davon haben wir gerade drei Gruppen und die russische Gruppe ist jetzt mit dem Kurs fertig. Ich soll ganz viel Essen aufstellen und Blunem übergeben und...

Die Kursleiterinnen kommen. Dann die Familien. Die andere Erzieherin kommt, und unsere Praktikantin. Das Wetter ist wunderbar, wir gehen mit 9 Kindern raus auf den Spielplatz. Nach einer Stunde gehen wir wieder rein und die Kinder sind erst beim Händewaschen, dann sollen wir zu den Eltern. Die Mama von dem dreijährigen O sagt mir mithilfe eines Übersetzungsprogramms (denn sie weiss, dass ich kaum Russisch spreche und sowieso ist sie Ukrainerin oder wasweissich... jedenfalls kann ich nicht verstehen, was sie mit ihrem Sohn spricht), dass der Kurs sie mit O viel geholfen hat. Sieht man auch, O ist recht nett geworden. 

Es gibt Tanzen und Applaus und Zeugnisse. Dann essen wir alle und ich spüle. Zum Glück können wir die Spülmaschine des Kinderheims benutzen (wir befinden uns im Haus eines Kinderheims und machen so Manches auch zusammen). Dann gehen alle endlich und wir können endgültig aufräumen. 

Erst nach 21 Uhr kann ich nach Hause fahren... und jetzt ist es 23.09. Gute Nacht!

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