Nach Deutschland und zurück - vor 9 Jahren

Lena ruft auf eine Blogparade auf - zum Thema "Reisen mit Baby". Die Idee ist schön. Jetzt habe ich zwar noch gesehen, dass es ein "rechtsgültiges Impressum" braucht. Darüber habe ich gerade geschrieben. Sorry.

Aber die Idee ist so schön. Ob Lena auf mich verlinken mag oder nicht, ist nicht so wichtig. Ich werde jetzt etwas Zeit in schönen Erinnerungen schweben können und so bin ich schon dankbar für die Idee.

Also, die erste Reise mit den Jungs. Der Älteste war fünfeinhalb. Der Mittlere war noch nicht vier. Und der Jüngste war erst 15 (oder waren es 16?) Monate alt. Und wir hatten ein Opel Corsa. Dreitürig. Drei Kindersitze passen übrigens hinein, aber dort muss man wirklich gucken, wie schmal sie sind und in welcher Reihenfolge sie hineingehen.

Im Opel Corsa kann man auf dem Vordersitz nur zwei Kinder auf einmal fotografieren… Der Älteste und der Jüngste hatten wohl etwas Wichtiges zu besprechen.

Der Kofferraum ist auch gross genug für die Bettwäsche, das Reisebettchen, eine Packung Windeln und genug Kleidung für fünf Personen, bis man Wäsche waschen kann. Es ging aus Estland nach Gummersbach. Ein Buggy haben unsere lieben Freunde uns dort organisiert, das Enkelkind von jemandem war da gerade rausgewachsen oder so.

Wann sind wir endlich da?
Die zwei Grossen waren ganz fröhlich und haben auch gut verstanden, dass man auf einer langen Fahrt nicht fragen darf, wann sind wir endlich da - es hilft nämlich nichts, aber dass man den ganzen Tag und die ganze Nacht und noch bis zum Abend fährt, haben sie schon verstanden. Wir machen nämlich normalerweise keine Schlafpause in Polen, wenn es nocht irgendwie anders geht. Das war dann unsere längste Fahrt überhaupt, wegen die vielen Spielplatz-Pausen. Wenn wir tanken mussten, dann suchten wir uns eine Tankstelle mit Spielplatz aus. Wenn wir essen wollten, dann suchten wir uns ein Restaurant mit Spielplatz aus. Wenn wir sonst Pause machen wollten… Ihr sieht schon. So waren wir 36 Stunden unterwegs. Die Grossen haben in ihren Kindersitzen, mit Kissen umwickelt, durch Polen gut geschlafen, der Jüngste aber wollte sich immer bewegen und wenn es nicht ging, wollte er schreien. Mit ein bisschen Tätscheln ist er aber jedes Mal (alle 40 Minuten übrigens!) wieder schnell eingeschlafen. Ich glaube, wenn wir noch Mal ein Baby oder Kleinkind in der Familie hätten, würde ich so eine Fahrt nicht mehr machen wollen.

Immer den Hang hoch und runter, so geht es in Gummersbach und in Bergneustadt. Der Mann hatte übrigens den Buggy geschoben, aber aus irgendeinem Grund sich gebückt, als ich fotografierte. Und ja, weisse T-Shirts sehen an dem Mittleren noch immer sehr gut aus, mittlerweile bleiben sie auch schön sauber.
Übrigens hat der Jüngste noch dieses Jahr gefragt, ob er die verbotene Frage stellen kann. "In einer Stunde oder so," antwortete ich. Dann war er zufrieden, denn mit 10 Jahren kann er sich sehr wohl vorstellen, wie lang eine Autofahrtstunde dauert.

Die Toilette und Wickeln auf der Reise
Es ist eine der wichtigsten Fragen auf der Reise: Wo kann man aufs Klo? Es ist sogar wichtiger als "Wo und was können wir essen?" Mit den grossen Jungs klappte es wieder prima. Kein Mensch kommt zu Mama in die Kabine, jeder macht drinnen alleine, was er machen muss und kommt schön raus, wenn er fertig ist, beim Händewaschen gibt es Hilfe von Mama oder Papa... das hatten wir ja auch zu Hause geübt. Als ich aber mit dem Jüngsten in einem litauischen Restaurant den Wickelraum suchte und die Kellnerin mir sagte, ich kann ja gern einen freien Tisch im Speisesaal benutzen (es war ziemlich voll dort), dann war es schon komisch. Also zurück ins Auto, Badetuch auf den Sitz und loswickeln. Geht auch, ist nicht bequem, aber… ich möchte ja auch kein fremdes Babypopo sehen und riechen, wenn ich esse.

Die Blumen unserer Freunde wurden gründlich gegossen. Es gab übrigens so um 28 Grad im Schatten.

War es Urlaub?
Ja. Wir gehen in Deutschland immer in eine Bäckerei essen, wenn wir über die Grenze kommen. Ich weiss es leider nicht mehr, in welcher Kleinstadt an der A12 zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin es war, aber da sassen wir in der Morgensonne, die Jungs schön ausgeschlafen, die Eltern etwas zerknittert, aber glücklich, und ich dachte: "Jetzt habe ich Urlaub!" Es folgten viele schöne Begegnungen...


Hier bei Freunden wo wir zum Abendessen und Schachspielen eingeladen waren. Damals hat Der Mann gewonnen… und letztes Jahr auch… aber nicht dieses Jahr. Wenn zwei Schachlehrer sich begegnen, dann ist ein Spiel unbedingt dabei.



In der Kirche kann man auch in Deutschland schön spielen, während Mama und Papa dem Gottesdienst zuhören.



Das Bild ist leider unscharf, aber so schön…! Hier beim Altenburger Dom. Das Mädchen haben wir dieses Jahr wieder getroffen und es hat zu ziemlichem Rotwerden bei den grossen Jungs gebracht, denn sie ist wunderhübsch.


Auch den jungen Mann rechst im Bild haben wir dieses Jahr wieder getroffen. Trotz Altersunterschied haben unsere Jungs jetzt einen neuen Freund, denn er steht auch auf Computerspiele und so gab es sofort etwas zu erzählen.

Schloss Burg an der Wupper, wo die Jungs auch echte Ritter aus dem echten Ritterverein sahen...


Schon Klasse, so ein Schwert.


Axthalten ist schwerer als man glaubt.


Helm anprobieren. War doch noch etwas zu gross.


Schwimmbad



 Eigentlich macht es auch mit Waschschüssel Spass, der Jüngste hat den Pool nicht so gut gefunden.

Der Mittlere aber liebte das Freibad.


Eisessen und schöne Spaziergänge.


 Der Jüngste lernte Treppen klettern, die Grossen lernten die ersten Wörter Deutsch.

Würden wir nochmal mit Kleinkinder verreisen?
Ja, wenn wir welche hätten, gern! Es ist wunderschön, mit Kindern unterwegs zu sein. Solange sie nicht wissen, dass es Vergnügungsparks gibt oder dass es Menschen gibt, dei ihren Urlaub ausschliesslich am Pool verbringen… oder dass McDonalds die Imbissbude das Restaurant mit den Spielzeugen ist… sind sie auch nicht unglücklich, wenn sie diese Dinge nicht erleben können, sondern geniessen das, was es gibt. Und man sollte sich als Eltern keine zu hohen Erwartungen stellen.


Hach. Waren die klein… und war es schön damals. Dankbar.


Noch etwas: die Gesichter der Kinder haben sich in den letzten Jahren so viel verändert, dass ich in diesem Post keine Bedenken hatte mit den Fotos. Falls ich über unsere weiteren Reisen schreiben würde - und ich habe eigentlich Lust darauf, wenn Zeit da ist -, werde ich die Gesichter nicht mehr zeigen.


Comments

  1. Endlich komme ich dazu, deinen Beitrag zu lesen. Total interessant! Nur die Fahrt klingt nicht sehr vergnüglich. Schade, dass Estland so weit weg ist...

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    1. Danke. Die Fahrt war wirklich anstrengend, wir haben es seit davon aber immer wieder gemacht. Letztes Jahr haben wir zwar gemerkt, dass die Jungs schon zu gross sind, um auf dem Parkplatz in einem Corsa zu schlafen, jedes Mal, wenn einer sich bewegt hat, wackelte der ganze Wagen… Aber das ist eine andere Geschichte.

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