Ende September



Es ist ein schöner, milder September gewesen, mit viel Sonne und kaum Frost. So mag ich Herbst. Auch ist der September für mich extrem arbeitsreich gewesen, so mag ich mein Leben eigentlich nicht - Handarbeit und Haus bleiben dann daneben und das ist nicht so schön. 

Und wir haben fünf Schulen in der Familie. Der Mann arbeitet ja seit Frühling in einer Schule für Kinder mit besonderen Bedürfnissen - also Autisten, sehr viele Medikamente brauchende Hyperaktive, Traumakinder usw, die im Moment in einer Durchschnittsschule gar nicht klarkommen. Ich bin in einer kleinen Dorfschule angestellt, wo die Situation auch nicht viel besser ist. Der Älteste macht in der Flugakademie weiter (er wird Flugzeugmechanikingenieur oder so etwas), der Mittlere kämpft in der landwirtschaftlichen Universität durch das erste Jahr (er wird Elektroingenieur, wahrscheinlich - in seinem Studiengang wird es erst Ende des ersten Jahres entschieden), der Jüngste geht in die 11. Klasse im Gymnasium. 

Es gibt noch immer zu viele Äpfel. Zucchini bin ich mittlerweile erfolgreich losgeworden, aber da waren auch zwei Überraschungskürbisse... das hat mich natürlich sehr gefreut. Wegen Frostmöglichkeit letztes Wochenende habe ich alle Tomaten reingebracht... jetzt habe ich neben sehr viele reife Tomaten auch sehr viele grüne in der Küche. 

Der Jüngste hat mit der Fahrschule angefangen. Auch die erste Fahrstunde hat er überlebt und es war einfacher, als er es sich vorgestellt hat. 

Der Mittlere war... Bogenschiessen, natürlich. Jetzt ist er auch Meister von Tartu, aber dieser Wettkampf war nicht so richtig spannend. 

Der Älteste denkt darüber nach, innerhalb jeder Woche im Stadthaus zu wohnen. Mit 21 ist es ja auch natürlich, selbstständiger zu werden. 

Es wird mit dem Keller gearbeitet... es ist aber gefährlich, macht müde und funktioniert gut nur bei gutem Wetter, also geht es sehr langsam voran. Die Situation ist schlimmer als gedacht, aber vielleicht wird es doch noch was. 

Mit Hilfe von Dr Google stellte ich fest, dass meine Krankheit - siehe 12 am 12 - irgendwas aus der Covid-Familie war. Vielleicht Nimbus, mit schneidendem Halsweh. Wer hat aber überhaupt noch funktionierende Tests zu Hause... Und wer kommt auf so etwas? 

Doch - und weil ich mich schon so viel besser fühlte - nahmen wir am 13.09 an Heimcafe der Kirche Teil. Ich bediente die Spülmaschine und der Mann verkaufte einen Spitzenschal. :) An diesem Tag erfuhr ich später, dass meine kleine Cousine (die früher in Amsterdam wohnte, jetzt aber mit ihrem italienischen Verlobten in Mailand ist) endlich ihr erstes Baby erwartet. Mit 44! Es soll aber im Moment alles in Ordnung sein, in der Adventszeit soll der kleine Üllar-Lorenzo (Blogname, sie wollte doch auch irgendeinen estnischen Namen...) zur Welt kommen. Wir sind alle sehr glücklich und gespannt. Und ich stricke die Babydecke, denn wie sonst?

Im wahren Leben ist es himmelblau, hat Meereswellen und Segelschiffe drauf. Wenn es fertig ist, werde ich es in besserer Licht fotografieren. 

Und zum Weben bin ich trotz allem auch gekommen. Das will ich auch heute machen. Bis zum nächsten Mal!



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