Schlimm, die Weihnachtsferien!

Weihnachten als grosse Feier sind um und es waren genauso schön, gemütlich und gut gelungen wie es sein soll. Der Baum steht noch und die Kinder haben noch nicht ihre neuen Bücher gelesen - Lesen ist hier nicht sehr populär, denn es gibt ja immer jemanden, mit dem junge spielen kann -, aber langsam sollte jetzt wieder der Alltag einkehren.

Sollte.

Nach vier Monaten nicht-mehr-Heimschule-für alle-Jungs haben wir unsere gemütliche Alltagsroutine verloren. Letztes Jahr war es einfach - jeden Tag, als wir zu Hause waren, mussten alle Jungs nach dem Frühstück eine Stunde lernen, danach konnten sie nach Herzenslust spielen oder - wenn es dann sein musste - etwas Arbeit erledigen. Kinderarbeit, ja, genau, bei uns müssen sie Brennholz tragen oder ein bisschen aufräumen oder dem Papa bei "Männerarbeiten" mithelfen (in Dem Haus bauen wir ja noch immer weiter, da können drei Jungen schon viel mitmachen und sie machen es meistens gern), normalerweise nicht mehr als eine halbe Stunde am Tag. Dieses Jahr scheint es mir unfair, sie auch in den Ferien noch mit Schularbeit zu beschäftigen. Ausserdem können sie schon alles, was sie können müssen, die zwei grösseren haben Bestnoten /hust, stolz/...

Eigentlich sollten die Kinder in den Weihnachtsferien viel draussen sein und im Schnee spielen. Ja, bitte! Die Schneeanzüge trocknen doch wieder ab! Nur... es gibt keinen Schnee seit dem 2. Weihnachtstag. Wir haben einen netten mitteleuropäischen Winter, so wie wir es ein paarmal in Deutschland erlebt haben - die Temperaturen um 5 Grad, es ist nass ohne richtigen Regen, einige schaufelvolle Schnee lauern unter dem Wald und tauen immer kleiner... und kleiner... Ich bin eine Winterhasserin, seit Mitte Oktober verlasse ich meinen Lieblingsplatz beim Ofen kaum, also ich bin glücklich. Die Kinder aber nicht. Ausserdem ist die Wolkendecke so dicht, dass es tagsüber gar nicht richtig hell wird.

Wegfahren geht aus mehreren Gründen nicht. Erstmal ist dafür im Moment das Geld nicht da, zweitens muss Der Mann fast alle Werktage zur Arbeit. Und es ist nicht sehr weise, Das Haus im Winter für längere Zeit allein zu lassen - wir haben nur Ofenheizung, stellt Euch vor, was passiert, wenn es plötzlich kalt wird... Tschüss Wasserleitungen! Freunde Besuchen haben sie schon gemacht (geht ja nicht täglich), zu uns können die Freunde aber wegen unsere geographische Lage nicht so einfach. Den ganzen Tag vor den Bildschirmen zu sitzen geht doch auch nicht... Also herrscht bei uns heute kreative Langeweile. Als es Anfang Sommer so war - denn dieses Jahr hatten wir das ungemütlichste Sommerwetter seit vielen Jahren - wurde viel Holz verarbeitet, Werkzeuge sind ja da. Ich wundere mich, was sie sich heute ausdenken werden. Eine halbe Stunde werden sie mir beim Spieleschrank Aufräumen "helfen" - sagen, welche Spiele viel zu kindisch sind und weg müssen, dasselbe haben wir gestern mit Kinderbücher gemacht* -, vielleicht werden sie sich dort eine gute Beschäftigung finden?

Legos sind manchmal interessant... besonders, wenn sie neu sind. Das ist wirklich vor ein paar Tagen passiert, schöne Ruhe und Zusammenarbeit. :)

Als sie noch alle zusammen lesen wollten... Am Vortag waren wir mit ihnen zum ersten Mal in der Bibliothek, dann war es noch spannend. :) Aber sie lesen schon gern, wir Eltern müssen nur den richtigen Zeitpunkt dafür schaffen. Mittagspausen kennt man in Estland eigentlich nicht, aber bei uns zu Hause schon - nach dem Mittagessen sucht sich jeder eine ruhige Ecke aus und liest wenigstens eine Stunde. Denn mit drei sehr aktiven Jungs, die sich im Alter sehr nah sind, kommt Ruhe selten spontan.

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* das Regal im Kinderzimmer sah aus wie etwas aus dem Antiquariat von Karl Konrad Koreander oder so. Es gab dort ziemlich viele Bilderbücher, für die auch der Jüngste zu gross ist... also alles in eine Kiste und abwarten, vielleicht wird jemand sie mal brauchen, denn Bücher werden nicht weggeschmissen!

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