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Ende September

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Es ist ein schöner, milder September gewesen, mit viel Sonne und kaum Frost. So mag ich Herbst. Auch ist der September für mich extrem arbeitsreich gewesen, so mag ich mein Leben eigentlich nicht - Handarbeit und Haus bleiben dann daneben und das ist nicht so schön.  Und wir haben fünf Schulen in der Familie. Der Mann arbeitet ja seit Frühling in einer Schule für Kinder mit besonderen Bedürfnissen - also Autisten, sehr viele Medikamente brauchende Hyperaktive, Traumakinder usw, die im Moment in einer Durchschnittsschule gar nicht klarkommen. Ich bin in einer kleinen Dorfschule angestellt, wo die Situation auch nicht viel besser ist. Der Älteste macht in der Flugakademie weiter (er wird Flugzeugmechanikingenieur oder so etwas), der Mittlere kämpft in der landwirtschaftlichen Universität durch das erste Jahr (er wird Elektroingenieur, wahrscheinlich - in seinem Studiengang wird es erst Ende des ersten Jahres entschieden), der Jüngste geht in die 11. Klasse im Gymnasium.  Es gibt...

September kommt zu Ende

Irgendwie fühlt es sich so an wie vor 3 Jahren. Neues Gymnasium. Im Sommer nur mit 2 Kindern unterwegs gewesen. Mal wieder trockne (oder dörre?) ich Äpfel. Damals herrschte Ruhe vor dem Sturm, jetzt... weiss ich noch nicht. Aber der Reihe nach... Der Jüngste ging aufs neue Gymnasium. Schnell stellte es sich heraus, dass es keine so gute Schule ist wie er geglaubt hat. Wir werden es irgendwie durchziehen.  Der Mittlere wurde 19. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Er hatte mehrmals Minijobs bei einem Bogenschiessen-Club und war ganz stolz auf diese Erfahrung.  Ich war auf zwei Märkten. Ging nicht sehr gut.  Es gab einen Elternabend auf dem Gymnasium. Auf dem Weg dorthin zählte ich vom Parkplatz bis zur Tür des Schulhauses 6 Nikotinbeutel. Die Klassenlehrerin ist nett, aber tja... Unsere Mamagruppe war bei uns. Wir werden zwar schon langsam Omas (na, eine, die selbst sehr jung heiratete und mit 25 schon 3 Kinder von insgesamt 5 hatte, durfte im September ihr 5. Enkelkind begrüs...

Komm schöner Mai...

Im Vergleich zu den zwei letzten Jahren ist der Mai diesmal bei uns ziemlich schön gewesen. Dankbar.  Der Jüngste nahm bei der Jugendnacht in der Gemeinde teil. Machte Spass. Er machte Matheprüfung (gut) und Englischprüfung (sehr gut). Dann gab es noch Tests für 5 Gymnasien. Ging gut genug, sodass er in 4 davon Aufnahmegespräche haben wird. Und er machte auch einen Test für das Privatgymnasium des Ältesten - dieses Jahr gibt es so viele Hauptschul-Abschlusskinder, dass die Hälfte keinen Gymnasiumplatz kriegen wird... Mit seiner Klasse war er drei tage Lang auf der Insel Ruhnu . War auch schön. Der Jüngste und der Mittlere waren sehr erfolgreich auf Estonian Cup in Bogenschiessen, wir haben jetzt zwei goldene Kelche mehr.  Der Mittlere hatte Abiturptüfungen. Heute ist die Letzte, die auch als Uni-Aufnahmeprüfung dient. Von den Ergebnissen wissen wir noch immer nichts. Er hatte einen Zahn-OP, es geht ihm aber schon besser. Hat sehr viel trainiert und gute Ergebnisse.  Der Ä...

Nicht am 5. Mai, sondern am 6.

Der Montag war wirklich nichts. Schlechtes Wetter, kalt, langweilig, ungemütlich. Dienstag aber... hach.  Sonne am Morgen. Kinder in ihre Schulen ausgeteilt. Einkaufen gegangen. Um 11 Uhr ein Termin wegen eine mögliche Übersetzung, im romatischen Holzhäuser-Stadtteil Karlova. Schon im Treppenhaus riecht es toll nach alte Häuser und Kindheit. Oben grüsst mich ein sehr alter, sehr feiner Herr mit weissem Wissenschaftlerbart und Sakko. Er möchte, dass ich seine Lebens- und Glaubensgeschichte übersetze. Sein Arbeitszimmer ist wie direkt aus den Dreissigern des letzten Jahrhunderts - mein Lieblingszeitalter, wenn wir Politik rausnehmen. Eine wirklich wunderbare Begegnung, solche Menschen trifft frau nicht so oft. 87 ist er, fährt aber noch immer auf Jahreskonferenz der Brüdergemeine.  Dann gehe ich ins Stadthaus und mache dort ein paar kleinere Arbeiten. Ich habe Lust, im Garten was zu tun, aber es fängt an zu regnen und dann stricke ich lieber, denn ich habe einige Stunden komplet...

Es war einmal... April

Eigentlich ist da gar nicht so viel passiert.  Das Wetter war kalt und warm und kalt und warm und schön und schrecklich und... ja, Aprilwetter.  Wir haben draussen viel gemacht, sowohl hier zu Hause als auch in der Stadt. Es wird langsam besser.  Der Mittlere hatte die staatliche Estnischprüfung (für Abitur). Die Ergebnisse kommen irgendwann. Der Jüngste hatte die Abschlussprüfung in Estnisch für Hauptschule. Ergebnis ist schlechter als bei den Grossen damals, aber doch in Ordnung.  Der Älteste... war einfach nett wie immer.  Wir waren auf dem kleinen Markt in der Stadt Mustvee. Bäh.  Im Stadthaus haben wir gebaut. Es wird langsam besser.  Die Kinderschutzdamen waren skeptisch, ob wir denn eigentlich als Krisenpflegefamilie gut genug sind. Na ja... Wenigstens waren sie hier zu Besuch und konnten sehen, dass unsere Jungs wirklich sehr bodenständig, erwachsen und nett sind - das haben sie anfangs gar nicht geglaubt.  Der Mann und ich waren in Tallin...

Novembritis und was noch passiert ist

 Am 1. besuchte ich zum letzten Mal (dachte ich) meine bisherige Arbeitsstelle. Es waren aber nicht alle da, mit denen ich sprechen musste - obwohl mir zuerst gesagt wurde, es passt allen wunderbar. Grr. Spärer hatte ich einen netten Gespräch mit unserem Pastor, ich habe Koordinieren der Kirchencafes übernommen.  Am 2. wurde der Mittlere krank. Halsweh.  Am 3. hatte der Jüngste "Klassenacht", also Klassenabend mit Übernachtung.  Am 4. besuchte der Älteste einen Freund zu seinem Geburtstag.  Am 5. haben wir bei meinem Vater Brennholz gestapelt. Der Mittlere fühlte sich gut genug, um die Freundin zu besuchen.  Am 6. ging es dem Mittleren wieder schlecht. Dem Ältesten auch.  Am 7. stellte sich heraus, dass der Jüngste wieder Dinge angestellt hat. Unglaublich doof. Kein Mensch hat verstanden, warum.  Am 8. hatte der Mittlere, der sich inzwischen schon besser fühlte, urplötzlich 38,5'C Fieber und konnte den Mund wegen Husten gar nicht zumachen.  A...

Was im Leben gerade drin ist

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Novembritis dreht in der Familie ihre Runden. Zuerst hatte der Mittlere zwei Wochen lang etwas Unbekanntes - es wurden alle möglichen Tests gemacht, aber nichts gefunden. Dann hatte der Jüngste C. Sofort es dem Jüngsten besser ging, kriegte Der Mann etwas... heute Nacht hatte er aber wenigstens kein Fieber mehr. Katze Millie hatte aus irgendeinem Grund immer wieder Atemnot. Irgendeine Verletzung der Atemwege, sagte der Tierarzt. Millie geht es auch schon besser, Gott sei Dank! Dann ist der Mittlere zum ersten Mal mit Volkstanz aufgetreten. Am nächten Tag gab es Schulball. Er hat mir sogar Fotos gezeigt. Die Freundin ist an allen unseren letzten Treffen sehr lieb gewesen. Nur heute früh konnten sie nicht in der richtigen Zeit aufstehen... (sie haben gerade "Woche der Klausuren", dann kann es innerhalb der Schulwoche auch freie Tage geben, dann können sie dort übernachten, wo sie wollen.  Der Jüngste hat in der Schule Dinge angestellt. Klar ist es alles komplett falsch gewesen,...

11 Bilder am 12. April

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Es sollten eigentlich 12 sein. So wie man hier immer sehen kann... Leider war ich aber zu faul, um in den Wald zu gehen, und wann der Kürbiskuchen endlich fertig ist, weiss keiner, insofern... Wie fast immer, gar nicht spannend.  Morgens um sieben ist die Welt sonnig. Es sind so um 3 Grad.  Aus dem Fenster meines Arbeitszimmers.  Nach der Arbeit bin ich zu Fuss in die Innenstadt gelaufen. Auf der Marktbrücke machte ich kurz Halt.  Nicht drauf: die riesigen Pupillen des Mittleren, er war nämlich beim Augenarzt und wurde gründlich untersucht. Neue Brille wird es geben, er ist kurzsichtiger geworden.  Grosse Sachen konnte er aber sehen, wie dieses Sofa hier auf dem Bild. In einem Gebrauchtwarenladen unseres Freundes hat es schöne 95 Euros gekostet und das haben wir für den Mittleren gekauft. Er wollte schon lange eins für sein Zimmer.  Im Geschäft ging es dann so: Er guckt das Sofa an, denkt nach, Probesitzen, Probeliegen... Dann macht er ein Foto, fummelt m...

Das war unser September

In diesem Jahr war September nicht so schön wie sonst. Es gibt Krieg hier in der Nähe (und zu diesem Thema gibt es nur eine einfache Lösung: Russland schlecht, Ukraine gut, über Korruption und Ähnliches können wir dann weiter reden, wenn alle Orcs weg sind oder im Gefängnis sitzen - es werden dort Kinder getötet, haben Sie schon mitgekriegt?). Über Politik muss ich später noch zweimal kurz reden, entschuldigen Sie es mir bitte... Und es war kälter als sonst. Normalerweise haben wir keinen Frost Anfang September... nicht eine Woche lang. Andererseits waren wir auch nie in der zweiten Augusthälfte im Meer schwimmen, insofern sind Durschnittstemperaturen für die zwei letzten Monate wohl normal. Die Schule ist angefangen. Der Mittlere ist sehr glücklich in seinem neuen Gymnasium, er hat schon mehrere neue Freunde und eine Fr.... Na ja, jedenfalls lächelt er immer glücklich, wenn ich frage, was denn mit der K los ist.  Der Mittlere ist auch 16 geworden. Am selben Wochenende hatte er auc...

Das war unser April

 Kalender lügt nicht, morgen ist schon Mai. Im Wald in den Gräbern gibt es noch Schnee... April ist hier dieses Jahr meistens kalt gewesen, es gab aber auch einige schöne Tage, mit Temperaturen bis +16'C.  Wir haben Ende der Maskenpflicht erlebt. Es war anfangs etwas ungewöhnlich, aber sehr schön. Die Corona-Zahlen sind nicht wieder hoch gegangen, insofern geht es ja gut. Sehr viele sind ja auch geimpft, geboostert, genesen oder alle drei zusammen, da hat man wohl oft genug Antikörper.  Der Jüngste hatte zweimal zwei Freunde aus der Schule zu Besuch. Mit Übernachtung. Es ging gut genug, glaube ich. Innerhalb der Schulwoche doch nicht mehr, dann sind sie am nächsten Tag zu müde, denn auch schon im Bett wird noch weiterhin gekichert und Gruselgeschichten erzählt. Mit der Klasse waren sie im Museum des Estnischen Volkes und im botanischen Garten. Und im Sportsmuseum.  Der Mittlere hat fleissig an seinem Zimmer gearbeitet. Am Dienstag kommt sein Bett, dann kann er einzie...

WMDEDGT

 Es ist der 5. März. Wir sind gerade im zweiten Corona-Jahr angekommen. Auch das erste Jahr, quatsch, der erste Monat war zu viel... Um 5. jeden Monats fragt Frau Brüllen , was die anderen BloggerInnen so den ganzen Tag lang machen.  Ich wache um 6 Uhr auf, weil ich kurz ins Bad muss. Dann schlafe ich noch eine Stunde weiter. Um 7.30 ist es schon hell. Es sind -6'C draussen und in der Nacht hat es Schnee gegeben. Nicht sehr viel, so etwa 1-2 Zentimeter.  Kaffee. Bevor wir aus dem Haus gehen, wecke ich den Jüngsten, er wird nämlich um 9.15 Online-Englisch haben. Die Kinder haben jetzt im März Distanzunterricht, aber zum Glück nicht die ganzen Tage Videounterricht. Die Grossen müssen erst ab 10 an ihre Computer und mit 14 und 16 kann man doch sich selbst den Wecker stellen...  In der Stadt angekommen, fahren wir 10 Minuten hinter einem LKW. Es ist wie ein Schneesturm, der Laster hat wohl gerade gestartet nach... wo auch immer es hinmuss und der ganze sehr weiche, sehr ...

Montag, am Morgen

 Oder "wie es mir heute geht". Zwischen Ofen Heizen und Kotkontrolle. Nach einem wunderbaren Wochenende mit Temperaturen bis -2'C, die sich fast wie Hochsommer anfühlten, sind wir heute Morgen wieder bei -13'C. Es soll bis Dienstag Abend noch sehr gut werden, dann aber wieder für ein paar Tage bis -25'C runter... Seufz.  Wir durften bis 7.30 schlafen, denn Der Mann hat heute keinen Unterricht. Die dritte Schulstufe (7.-9. Klassen) ist bei uns heute auf Distanz, weil ein Siebtklässler mit leichtem Schnupfen letzte Woche 4 Tage in der Schule war und am Freitag als Coronapositiv getestet wurde. Mehrere Lehrer und Lehrerinnen gelten dadurch als Nahkontakte und müssen zu Hause bleiben. Der Mann nicht, aber er hat für seine Schüler auch Distanzunterricht gemacht - sonst hätte es mit Stundenplan-Puzzle gar nicht geklappt. Auch unsere Grossen schlafen noch, denn Videounterricht machen nur wenige Lehrer. Und an den meisten Tagen können sie doch in die Schule.  Morgenroutin...

Das war unser Januar

 Vielleicht wird es ja was mit den Monatsrückblicken.  Wir hatten Jungsbesuch. Das Leihkind war zu Jahresbeginn da. Dann der beste Freund des Jüngsten. Dieses Wochenende war da der beste Freund des Mittleren, der denselben Namen trägt.  Wir hatten Schnupfen. So richtig fies. Der Mann hat zum Monatsende auch noch ein Magen-Darmdings (hoffentlich) gekriegt. Kein Husten, kein Corona-Kontakt, von dem er wüsste. Vielleicht geht es von selbst weg, am Wochenende kann man hier zum Thema "Coronatesten" sowieso nicht viel machen.  Wir hatten es kalt, bis zu -22'C. Und wir hatten es wunderbar warm, es gab sogar 5 Grad über Null. Bei kaltem Wetter hatten wir zugefrorene Abflussrohre. Dagegen kann man erst im Frühling etwas unternehmen, also wird hier bis Frühling ganz viel heisses Wasser einfach so abgegossen. Zum Glück ist das nur Abfluss von der Küche, nicht von der Toilette... Wir hatten und haben noch immer zu viel Schnee. Am Freitag sass ich mit meinem kleinen, aber tapfere...

Das war unser November

Ganz viele BloggerInnen in "meinem" Internet schreiben den Monatsrückblick. Obwohl ich keine Fotos dazu habe - weil Kommunikation zwischen Handy und Computer nicht so gut funktioniert und Fotografieren in meinem Alltag eigentlich nicht so üblich ist -, versuche ich es jetzt mal. Vielleicht wird es hier dann ja auch sonst mehr geschrieben. Ich habe endlich Möhren aus der Erde gezogen. Dieses Jahr sahen meine Möhrenbeete aus, als ob sie einem Zeichentrick-Hasen gehören. Es ragten dicke orangefarbenen Enden aus der Erde, das habe ich bisher nie in meinem Garten gesehen. Daher haben wir ziemlich viel Möhren gegessen, sowohl in Suppen auch als Beilage. Möhrenkuchen ist nicht so unser Ding, obwohl ich es ja auch zur Abwechslung backen könnte... Der Mittlere hat Theater besucht. 7c un 7b sind gegangen, aber damit alle Sitze im Bus voll sind, hat die Klassenleiterin der 7b, die auch die Estnischlehrerin des Mittleren und des Ältesten ist, ihnen angeboten, ob sie vielleicht mitgehen m...

Acht Kinder sind besser als drei

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Letzte Woche hatten wir hier Austauschkinder. Fünf auf einmal! Ja, Ihr habt es richtig gelesen, es waren fünf. Der Grund: in der Schule hatten wir zwei internationale Projekte im selben Jahr und irgendwie sind sie zusammengelaufen, sodas eine Gruppe Schüler gerade in dieser Zeit in Frankreich war, als die andere, sehr grosse Gruppe bei uns war. Also habe ich gesagt - da der Älteste und der Mittlere sowieso im Projekt mitmachten -, dass sie uns bis fünf Kinder geben können, hauptsache, dass sie aus Österreich kommen, mit ihnen können wir wenigstens sprechen! Denn unsere Erfahrung mit dem Franzosen war nicht so... ermutigend. Übrigens gab es Kinder aus Österreich, Frankreich und Spanien. Also hatten wir zwei Mädchen und drei Jungs aus Wien. Der Mann hat den Küchentisch länger gebaut. Ich hatte Decken und Kissen gezählt und welche noch dazu gekauft. Der Älteste hat sein Zimmer den Mädels gegeben. Wir liehen uns das Gästebett von Oma aus. Ein Junge hat auf der Luftmatratze geschlafen...

Ein langer Tag

Normalerweise haben wir eine ganz gute Alltagsroutine. Und dann… gibt es Tage, an denen noch etwas dazu kommt. Und noch etwas. Und noch etwas. So wie gestern. Der Morgen lief so wie immer. Bis etwa Mittag hatte ich einen durchschnittlichen Arbeitstag, dann tauchte ganz plötzlich  eine Mutter auf , die vorher nicht einmal angerufen hatte. Ich hatte zwar freie Zeit, aber grundsätzlich muss man doch einen Termin vereinbaren, es hätte auch so sein können, dass ich gerade sehr beschäftigt bin. Das mit der Mutter und ihren Zwillingstöchtern (die gern oft allein kommen möchten, geht aber nicht so) ging dann etwa anderthalb Stunden, danach war ich völlig erschöpft. Manche Menschen sind eben so. Und ja, eine Psychologin darf auch erschöpft sein. Ich wollte gerade noch etwas lesen und das Schulhaus dann verlassen - es sollte Stromausfall geben, geplant, wahrscheinlich irgendwelche Kabelreparaturen oder so, und es wurde gestern den ganzen Tag lang nicht richtig hell -, dann kamen der Jung...

Nichts passiert, es war nur Sommer

Liebe Leserin, lieber Leser, in diesem Blog hat lange keiner was geschrieben. Die einzige Entschuldigung ist, dass es Sommer war. Viel Arbeit zu tun, viel Erholung zu haben (mit Haushalt und drei Kindern, bitte lachen!). Keine Zeit zum Bloggen. Heute ist der erste Schultag. Der Jüngste geht in die dritte Klasse. Während der letzten Woche ist es aus seiner netten Hose rausgewachsen. Der Mittlere wurde gestern 12 und geht in die 6. Klasse… dass er viele neue Sachen braucht, wusste ich schon früher, also sieht er ganz gut aus. Der Älteste geht in die 7. Klasse… er sagte heute früh, dass seine Schuhe viel zu klein sind. Vor einer Woche passten sie noch. In Estland ist der erste Schultag sehr festlich. Die Kinder gehen in ihrer besten "akademischen" Kleidung (möglicherweise in Schwarz und Weiss) in die Schule und schenken ihren KlassenleiterInnen Blumen. Der Direktor hält eine Rede, darauf folgt eine Klassenstunde - kein Unterricht, aber Informationen über den Stundenplan, Kla...

WMDEDGT im April

Frau Brüllen fragt, was die Leute so am 5. von jedem Monat machen. Na ja... Die Kinder wollen seit Montag sich selbst den Wecker stellen. Es regt aber nichts im Bad direkt neben dem Schlafzimmer. Auch vom Kinderzimmer piepst nichts. Ich stehe auf, schwanke in die Küche, setze Kaffee auf... Im Kinderzimmer herrscht Ruhe. Drei verschlafene Gesichter gucken mich an. "Aufstehen, in die Schule! Ihr wolltet doch selber aufstehen...?" Ups, sagen die Kinder und gucken verblüfft. Morgenroutine wird doch abgesprochen und nicht einfach so verändert! Wir kommen doch alle rechtzeitig an. Als der Mann den Wagen vor dem Schulhaus anhält, sagt der Älteste, er habe Kopfweh und Bauchschmerzen. Im Bereich Blinddarm. War es schon zu Hause so? Ein Bisschen, aber nicht so schlimm. Gottseidank ist die Schulärztin da und kann das Kind schnell untersuchen. Der Älteste darf doch in die Unterricht, soll aber zurück kommen, wenn es ihm tagsüber nicht besser wird. Ich mache inzwischen meine Arbeit...

Was schön ist

Erstmal - es taut! Die Welt ist zwar grau und nass, aber die Temperaturen sind über 0 und sehr, sehr viel von dem schrecklichen Schnee (Schnee ist nur schön an Weihnachten, oder wenn es selten kommt) ist weg. Dann hetten wir Schulferien und die Kinder haben auch Zeugnisse gekriegt. Der Älteste hatte nur Bestnoten. In Estland ist ein Fünf die beste Note, die Zwei die schlechteste... Eine Eins kriegt der Schüler, wenn er in der Schule ist, aber wirklich gar nichts macht. Wird selten benutzt. Der Mittlere hatte nur in Estnisch eine Vier, sonst nur Fünfer. Mit der Rechtschreibung geht er wirklich sehr frei um. Und der Mittlere ist dieses Kind, von dem unsere damalige Hausärztin zweifelte, ob er jemalt überhaupt in einer normalen Schule klarkommen wird... Vor 5-6 Jahren war ich mir auch nicht so sicher, es geht ihm jetzt aber gut. Daumen dürcken, dass es auch so bleibt. Homeschooling mit 3 Kindern ist toll, mit 2 Kindern geht so, mit nur einem Kind ist es todlangweilig. Wenigstens in un...

Wieder in die Schule

Vor 4 Jahren war der Mittlere gar nicht schulreif. Erfahren haben wir es aber erst, als er schon eingeschult war. Akademisch ging es ihm ja eigentlich gut, aber sonst... Obwohl er auch Freunde gefunden hatte und die Klassenlehrerin sehr, sehr nett war, kam der Mittlere mit dem Schulalltag gar nicht klar. Besonders schlimm war es, wenn der Tag anders lief als meistens, dann war er am Abend recht kaputt. Autismus so richtig hat er keins, aber autistische Züge schon. Da es in der Klasse auch verhaltensgestörte Kinder gab und der Mittlere fröhlich alles Schlechte mitgemacht hat - denn bei den Anderen Abgucken ist schon immer seine Angewohnheit gewesen, dermassen, dass es auch zu seinen autistischen Zügen gehört -, wussten wir am Ende des Schuljahrs, dass wir ihn da rausziehen müssen. Damals war es auch sonst schwierig bei uns in der Familie, die Schwiegermutter war urplötzlich verstorben, der Mann war auf der Suche nach einen neuen Job und ich war unglücklich auf meiner Arbeitsstelle. Es i...