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Isolation

 Bis vor ein paar Wochen war es ja ziemlich ruhig mit Corona in Estland. Dann gingen die täglichen Zahlen immer höher und höher, bis wir ab Montag Maskenpflicht (aber nicht unbedingt, wenn Asthmatiker oder herzkrank oder noch etwas) und irgendwelche weitere Begrenzungen erhielten. Na, ob das hilft, sehen wir später. Am Wochenende gab es den ersten coronapositiven Fall in der Schule. Eins von den Kleinen. Die ganze Klasse macht jetzt zwei Wochen lang Distanzunterricht. Das Kind hat es in der Musikschule eingefangen.  Dann heute - es gibt einen weiteren Fall in der Klasse, wo ich am 6. November 45 Minuten lang über Cyberbullying erzählt hatte. Das coronapositive Kind sass dabei und hörte mit. Und sie hat Geschwister, alle bei uns in der Schule.  Also bin ich jetzt bis nächsten Dienstag unter Hausarrest, aber andere Familienmitglieder dürfen doch raus. Nur dass sie auch nicht so viel müssen, die Grossen (ab 4. Klasse) haben morgen und übermorgen Distanzunterricht, das heisst, nur Der Mann

12 Bilder am 12. November

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 Am Morgen vergesse ich total, dass es der 12. ist. Erst wenn ich bei der Arbeit ankomme, schaue ich in meinen Kalender. Und bis zum Abend kriege ich keine 12 Bilder zusamme, also kann ich ja auch mit einem Mogelbild beginnen.  So blüht meine Kletterrose noch immer. heute hat es wohl auch so ausgesehen, denn es gab Novembersonne! Trotz Sonne geht es uns ziemlich mies mit Corona. Heute gab es 374 positive Tests - mehr als je zuvor. Davon werden natürlich nur wenige wirklich krank, aber das kann ja kein Mensch wissen. Nach der Arbeit, im Auto habe ich gestrickt. Der Mann ist gefahren.  Dort vorne gibt es eine Baustelle.  Genau, hier fängt es an. Und hier kann man es sehen.  Kurz ins Kaufhaus - unscharf im Parkhaus.  Die grosse Baustelle von der anderen Seite. Es wird eine Eisenbahnbrücke komplett erneuert, leider geht die Brücke über die befahrenste Strasse der Stadt. Einkauf. Auf dem Bild: Trauben, Frühstücksdings für Kinder, Salsa, Saftgetränk-Konzentrat, Weissbrot, Instan-Kaffee (trin

WMDEDGT und über Corona-Lage in Estland

 Oder "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?" fragt Frau Brüllen . Ich bin um 5.40 kurz wach. Weiterschlafen. Um 7.30 klingelt es wieder. Donnerstags können wir alle später gehen, ist das nicht schön? Kaffee und Toast mit Orangenmarmelade. Der Mann hat heute frei, er bleibt zu Hause. Ich fahre mit den Jungs in die Stadt. Bei der Arbeit erledige ich gerade etwas, wenn meine Chefin kommt und fragt, ob ich heute dasselbe vielleicht erledigen kann... Klar kann ich. Bin ja gerade dabei.  Dann bespreche ich etwas mit einer Lehrerin und darf darauf mit zwei süssen kleinen Jungs (mit entzückenden Zahnlücken) spielen.  Dann ruft mich eine andere Lehrerin an. Ich hatte eigentlich vor, zu Mittag zu essen, aber das kann warten. Zwei Stunden später bin ich noch immer bei dieser Lehrerin. Wir haben über ihre Schüler geredet und danach über ihr Privatleben. Sie ist vor anderthalb Jahren Witwe geworden und braucht ab und zu ein mitfühlendes Ohr. Wir sind übrigens gleichaltrig, ihre Kinder

12 Bilder am 12. Oktober

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 Der Tag beginnt zu früh, un zu fotografieren. Um halb neun sieht die Welt noch ziemlich trist aus:  Das ist übrigens unser kleiner Park vor Dem Haus. Jemand muss irgendwann alle Blätter wegräumen... Wäsche muss trotzdem an die Leine. In einem Haushalt mit 4 Männer kommt es schon ab und zu vor, dass es 6 Paar Hosen in der Wäsche gibt. Besonders, wenn jemand auch unter seinem Bett geguckt hat.  Ich habe nur diese einzige Rose, aber sie blüht bis November.  Die schwarze Mimi beschäftigt sich mit Schönheitsschlaf. Millie macht im Schaukelstuhl brav mit. Ich webe. Hier sehen Sie, warum Sonnenschein für meine Webtätigkeit nicht gut ist. Auf welcher Seite sind die Farben denn richtig? Im echten Leben ist es noch schlimmer, wo die Sonne draufscheint, wird alles superhell, im Schatten herrscht aber absolute Dunkelheit.  Ich habe irgendwann nachgeschlagen, wie das Ding und die Tätigkeit auf Deutsch heissen... aber wieder vergessen. Jedenfalls ist das die notwendige Vorarbeit für die nächsten Fl

WMDEDGT am 5. Oktober

 Um 3 Uhr bin ich wach. Irgendwann nach 5 Uhr schlafe ich wieder ein. Kein guter Start in den Tag.  Wecker klingelt. Kaffee, Bad. Die Kinder schlafen noch. Aufstehen, bitte, ihr müsst in die Schule. Geht so. Zum Frühstück essen wir Zimtschnecken, die der Mittlere und der Jüngste gestern Abend zum Feier des Zimtschneckentages gebacken haben. Dann gehen Der Mann und die Kinder weg.  Ich trödele vor mich hin, bis es so aussieht, als gäbe es heute doch Sonne. Wettervorhersage von gestern hiess doch Dauerregen? Also wasche ich eine Ladung Bettwäsche, das wird in der Sonne schnell trocken. Ich webe einen smaragdgrünen Teppich, bis ich mir eine Fingernagel breche. Das muss jetzt ab. Ich habe keine lange Nägel, aber ab und zu brechen sie doch beim Weben.  Dann kann ich ja sofort auch eine Pause machen, die Waschmaschine ist fertig und ich will was essen. Dabei lese ich die Nachrichten. Nur 10 Neuinfektionen gestern in ganzem Land (über 600 Tests durchgeführt). In unserer Region gibt es seit Ta

Status: noch immer dasselbe

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 Letzten Sommer bin ich Mutter von dem Meister von Estland geworden. Damals war es der Mittlere. Vorgestern gab es wieder Meisterschaften, wegen Corona drei Monate weiter geschoben. Normalerweise finden sie Ende Juni/Anfang Juli statt.  Der Mittlere ist dieses Jahr Dritter geworden. Der Jüngste ist aber jetzt Meister von Estland in Blankbogen, unter den jüngsten Jungs (jünger als 12-13). Passt so.  Es war auch sonst ein schöner Tag, wir haben letze Woche wunderbaren Altweibersommer erlebt, die Temperaturen waren bis gesten täglich um 21 Grad und es gab viel Sonne.  Wettbewerbe für Bogenschiessen werden oft in Järvakandi gehalten, das ist ein Dorf inmitten von Nirgendwo - aber ein Dorf, wo es Schule, Supermarket und Strassennamen gibt (in unserem Dorf gibt es 70 Einwohner...). Dann konnte ich auch ins naheliegende Städtchen Märjamaa - komisch, das soll auch ein Dorf sein, dann wohl ein Riesendorf für estnische Verhältnisse -, um mir dort eine Ausstellung von gestrickten Spitzen anzus

Warum ich mich dieses Jahr nicht so richtig auf Herbstferien freue

Dieses Jahr geht ja alles, was bisher normal war, nicht. Es ist zwar schön, dass es in Estland noch immer keine Maskenpflicht gibt - in dieser Hinscht ist unsere Regierung noch vernünftig, so wie die Masken oft getragen werden - Maske hoch, Maske runter, Maske wieder hoch - hilft es ja auch nicht so richtig - und Abstand halten wir ja sowieso. Kennt Ihr den Witz über Esten und Corona-Sondersituation? Dass die Esten froh waren, wenn Sondersituation (wie es auch immer korrekt heisst...) gehoben wurde, denn wir mussten nicht mehr einander auf die Pelle rücken (mit 2 Meter Abstand), sondern wir durften auf bisherigen 5 Meter Abstand zurückkehren. Und dass es jetzt nächtlichen Alkoholverkaufverbot geben soll, ist ja auch gut.  Aber es gibt Reisebeschränkungen... sehr viele und sehr streng. Gestern war Coronazahl, also neue Fälle für 100 000 Einwohner, in Estland über 30. Aber Länder, wo es über 16 ist, sind für Esten verboten beziehungsweise, wenn man aus solchem Land nach Estland fährt, mu