Maibeginn

Mit Mai fängt meine Lieblingszeit des Jahres an. Es ist endlich warm genug, es ist endlich grün (übrigens kann ich Grün in meiner Kleidung und im Hausdeko gar nicht ausstehen, aber draussen an den Bäumen - ja, bitte!), es wächst wieder was.

Heute ist es zwar noch nicht so grün draussen, aber es wächst schon Gras Unkraut und manche Bäume haben klitzekleine Blättchen. Kaum grösser als Knospen, aber so langsam, sehr langsam wird es was. Bärlauch ist bald gross genug, um es zu essen und das Kinderzimmer riecht wie ein griechischer Bus (Vergleich in einem Gerald-Durrell-Buch gefunden), denn die Kinder essen sehr gern die Blätter von wildem Knoblauch, das bei uns im Garten wächst.

Ich habe schon Karotten gesät und sobald ich die Beete fertig habe, sind Erbsen dran. Grüner Salat... und was noch, dieses Jahr habe ich nicht so grosse Pläne. Rhabarber wächst ganz von alleine, dort muss ich nur die Schnecken wegmachen. Davon gibt es gerade jetzt sehr viele.

Letzte Woche, eigentlich bis gestern hatten wir Ferien. Zum ersten Mal in der Geschichte in dieser Zeit, dafür wird das Schuljahr aber um eine Woche länger. Eigentlich eine ganz nette Idee. Da Der Mann dann plötzlich ganz ungeplant sechseinhalb Tage am Stück frei kriegte, haben wir ganz ernsthaft nachgedacht, ob wir doch einen kurzen Abstecher nach Deutschland machen. Besonders, da unser Freund Janis seinen ersten Theaterauftritt hatte... Das wäre doch ein guter Grund für die Reise gewesen! Da so eine Fahrt (2000 Km umd mehr) aber von Anfang und Ende der Reise jeweils wenigstens 24 Stunden abbeisst und der Hauptfahrer danach wenigstens einen Tag ganz müde ist, haben wir uns doch gegen die Reise entschieden. Im Sommer. Dann haben wir mehr Zeit. Vielleicht können wir ja ein anderes Mal Janis auf der Bühne sehen.

Statt Deutschland sind wir dann kurz nach Lettland gefahren. Zu Lettland habe ich schon immer eine wackelige Beziehung gehabt. Es sind ja Nachbarn, insofern könnte es nett sein... aber neben wirklich netten Dinge gibt es auch vieles zu meckern. Es ist halt nicht das richtige Deutschland. :) Einen Tag und eine Nacht haben wir dann in Riga verbracht. Als Landeier in der Grossstadt ist es nicht so schön, wie es sein könnte. Der Älteste hat traurig gefragt, ob auch in Tallinn* überall so viel Müll rumliegt (und gerade lese ich im Blog von Lena, Janis' Mutter, dass Riga sehr sauber sein soll. Offensichlich hat sich in den letzten Jahren etwas verändert!), wir wurden von einem Bettlerhund angeknurrt und der Jüngste kann sich im (Gross)Stadtverkehr kaum benehmen. Aber es hat auch Schönes gegeben. Neben Jugendstil gibt es auch süsse mittelalterliche Häuschen in der Altstadt. Gefrühstückt haben wir (nachdem wir rausgefunden haben, dass der versprochene Frühstück im Hotel eine Lüge war, nicht einmal Kaffee im Pappbecher!) in der Stadtbäckerei Junge! So wie Stadtbäckerei Junge in Lübeck - eine echte deutsche Bäckerei, so wie wir es kennen und lieben**! Übrigens haben die Letten auch eigene Bäckerei-Ketten, z.B. Sala soll gut sein, aber die einzige, wo wir drin waren, hat mehr nach Konditorei ausgesehen und die Preise waren auch himmelhoch -wir haben wohl in das falsche Geschäft reingeguckt. Im Motorenmuseum waren wir sehr lange drin und es hat sich wirklich gelohnt. So viele alte Autos in Top-Zustand sieht man selten. Alle meine Männer hatten viel Spass. :) Das Schönste in Riga ist aber... ein Gürteltierfigur. Ich habe noch immer nicht rausgekriegt, was es mit deisem Tierchen auf sich hat, aber dort geht es seinen Weg, gerade neben der Domkirche, hat wohl sich den Kinderspielplatz angeschaut. Weitere schöne Bilder von Rigaer Altstadt kann man z.B. hier finden, unsere Bilder sind noch immer nicht hier im Computer. Ans Meer sind wir nicht gegangen, denn es war sehr kühl und windig - aber grün, sehr viel grüner als in Estland.

Nachdem wir wieder zu Hause sind, haben wir sehr viel im Garten gearbeitet - denn obwohl es noch an den meisten Tagen kühl war, hat es nicht so viel geregnet.

Heute sind Der Mann und Die Kinder wieder in der Schule, morgen muss ich auch arbeiten... und am Samstag gibt es den Frühlings-Handarbeitsmarkt in Tartu. Es wird ein sehr anstrengender Tag sein, aber neben Herbstmarkt und Hansetage ist das der grösste und in den letzten Jahren auch erfolgreichste Ereignis, wo wir teilnehmen. Letztes Jahr hat es bei uns so ausgesehen:

Dieses Jahr kommen auch die zarten Spitzenschals dazu. Heute muss ich die noch fertigkriegen und auch mehrere Flickenteppiche messen und die Preise für sie rechnen. Eigentlich geht es schnell, wenn ich erstmal angefangen habe.

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*dort sind wir seit Jahre nicht mehr gewesen. Der Mann wollte eigentlich lieber nach Tallinn, ich aber nach Süden, denn das Wetter war recht mies. Das nächste Mal vielleicht.
** in Estland gibt es übrigens kaum Bäckereien. Es sind alle nur Cafes, Bistros oder Restaurants, Imbissbuden auch, aber keine Bäckereien. Wenn, dann irgendwo verborgen, gezählte Stunden geöffnet und verkaufen nur Brot. Keinen Kaffee, kein Kuchen.

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