Und wie wir auf Urlaub fahren

Drei Wochen davor steht fest: wir werden doch fahren. Ich frage nochmal meine Cousine in Amsterdam, ob es ihr passen wird. Sie sagt ja.

Zwei Wochen davor erfahren wir, dass unser Auto doch dringend repariert werden muss. Können wir ja machen. Ich frage "unseren" Pastor in Gummersbach, ob jemand aus der Gemeinde uns haben möchte. Auch auf Couchsurfing.com frage ich, ob wir auf dem Rückweg noch eine Pause machen können.

Eine Woche davor wird der Wagen repariert… nicht, denn es wurde ein falsches Teil geliefert. Es wird noch dauern. Der Pastor in Gummersbach hat uns eine Bleibe gefunden. Das ist schön. Ich frage die liebe Bekannte in Wuppertal, ob sie uns auch sehen möchte.

Fünf Tage davor ist der Wagen repariert… aber an der anderen Seite sollte dasselbe gemacht werden. Lieber vor der Reise. Der Mann kriegt noch einen Termin. Die Bekannte aus Wuppertal sagt ja. Wir entscheiden, wann wir nach Xanten gehen (Sonntag, denn dann gibt es etwas mehr zu sehen in Archäologishen Park) und an welchem Tag wir die Bekannte in Wuppertal und den Grünen Zoo besuchen werden. Ich frage bei der Müttergruppe der Gemeinde, ob jemand bei uns ab und zu die Katzen füttern und Tomaten Giessen könnte. Drei Freundinnen melden sich. :)

Vier Tage davor fahren wir ganz unbekümmert zum See und haben viel Spass. Das Wasser ist sehr, sehr warm.

Drei Tage davor fahren die zwei grossen Jungs ganz unbekümmert zur Juniorenfreizeit der Gemeinde. Wir sind dann plötzlich eine modern Familie mit nur einem Kind. Der Mann sitzt auf eine Himbeere. Mit seiner einzigen kurzen Hose. Das Wetter ist ungewohnt heiss und so soll es bleiben. Die helle Hose hat einen riesigen violetten Fleck auf dem Hintern. Ich versuche es Mal mit Essig... geht so, der Fleck ist weg.

Zwei Tage davor ruft der Mittlere aus dem Camp an und heult - er ist vermutlich von einer Wespe gestochen worden, aber gerade gegen Wespenstiche ist er ja schlimm allergisch… Da er noch Zeit hatte, sein Epi-Pen aus dem Zelt zu holen und mich anzurufen, war es doch vielleicht keine richtige Wespe. Ich sage ihm, er soll sich sofort bei einem Erwachsenen melden. Eine halbe Stunde und eine Allergietablette später geht es ihm noch immer ziemlich gut, der Arm ist zwar etwas geschwollen, aber es gibt kein Atemnot oder so. Gottseidank. Wir entscheiden uns, dass wir unsere Abreise einen Tag nach vorne bringen, dann haben wir genug Zeit zum Fahren. Sehr spät am Abend gucken wir mit dem Jüngsten  noch die Fotos von vorigen Reisen an und dann noch auf YouTube den kompletten Rattenmusical, den wir 2015 in Hameln sehen konnten. Das Kind geht erst um Mitternacht ins Bett.

Einen Tag davor bringen wir unseren Wagen in die Werkstatt. Wir nehmen das Auto meines Vaters und fahren los, um die grossen Jungs abzuholen. Unterwegs fure ich eine liebe Dame in Gummersbach an. Sie freut sich, dass wir uns bald sehen. Wir auch, wir auch! Im CampDer Mittlere ist wohlauf. Auf dem Rückweg lassen wir die Kinder noch in einer kleinen Stadt im Badesee eine Runde schwimmen. Ich webe noch schnell ein Teppich für eine Kundin, dafür benutze ich den Webstuhl meiner Mutter, denn in meinem Webkammer zu Hause renovieren wir gerade. Der Webstuhl meiner Mutter ist für mich super ungewohnt und es geht nicht so schnell voran wie wir möchten. Der Mann kommt und sagt, er könne sein Ausweis nicht finden. Der Wagen wird aus der Werkstatt gelassen. Ich rufe die Kundin an, sie kann morgen den Teppich holen. Der Mann bringt den Mittleren noch zum Friseur. Die Friseuse macht ihre Arbeit etwas gründlicher als geplant… in einem Monat wird das Kind wieder normal aussehen, hoffe ich, die Ohren sind ja noch dran und die Haare wachsen wieder. Wir kaufen noch schnell etwas zum Mitbringen.

14 Stunden davor wasche ich panisch alle möglichen Sachen. Ob und wie sie trocknen, habe ich keine Ahnung. Der Mann sucht ebeso panisch seinen Ausweis. Es ist nirgends zu finden. Ich gucke in meine Handtasche, wo sein Ausweis noch nie gewesen ist… Es gibt ja für jede Sache ein erstes Mal. Ausweis gefunden, alle glücklich. Oder so. Der Mann hängt Katzenfutter für die Katzenfütterer in den Keller. Ich drucke die Packlisten von Frau Frische Brise für die Jungs aus. Der Jüngste freut sich, dass dort steht, er soll Harry Potter mitnehmen, das liest er ja gerade.

12 Stunden (oder so) davor stelle ich einen Ventilator ins Bad. Es hängen dort zig nasse Socken und andere Dinge, die wir doch mitnehmen wollen. Ich gucke in den Kühlschrank. Es stellt sich heraus, dass wir siebzehn Eier haben, deren Haltbarkeitsdatum ganz bald durch ist. Also wird morgen Picknick gemacht und hartgekochte Eier gegessen. Ich koche Eier und stopfe so etwa acht Socken. Gestopft, aber wenigstens trocken. Packen werden wir erst Morgen.

Gute Nacht... Erstmal schlafen. Erst am Morgen weiter panisch sein.







Comments

  1. Ich hoffe, ihr habt einen erholsamen Urlaub! LG Tanja

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